Wintersheim - das "Höchste" in Rheinhessen

 

Evangelische Kirche Wintersheim

 

                            

     erbaut 1897                             

 

     sehenswerte Buntglasfenster im 

     Chor  u.a. mit Christusbild

     Bild von Martin Luther u. einem

     Melanchthon-Bild

 

 

 

Kirchengemeinde Wintersheim

 

Ansprechpartner:   Pfarrer Markus Müsebeck

Dolgesheimer Straße 10 a, 67586 Hillesheim

Telefon: 0 67 33 / 2 27

 www.bergkirchen-rheinhessen.de           

Gemeindebüro:

Dolgesheimer Straße 10 a, 67586 Hillesheim

Telefon: 0 67 33 / 2 27

Bürozeiten:       dienstags von 08.30 bis 11.00 Uhr

                      und donnerstags von 08.30 bis 11.00 Uhr

Gottesdienst:     sonntags um 09.00 Uhr und um 10.15 Uhr

abwechselnd in Dorn-Dürkheim, Hillesheim o. Wintersheim

 

Kirchengeschichte von Wintersheim


Ehemalige Dorfkirche:


Die älteste Erwähnung der Wintersheimer Dorfkirche findet sich im "Gatterer Apparat", einer Sammlung von Gült(Schuld)verschreibungen an die "Kirchenfabriken" (Kirchenkasse) der Pfarreien in der Wormser Diözese für geliehenes Geld, zu der auch Wintersheim gehörte. Darin heißt es unter anderem: "Am 1. April 1465 verkaufen Reinhard Eckstein und seine Frau Else der Kaplanei in St. Anna in der Pfarrkirche zu Wintersheim um 20fl 1 fl Zins ab kleineren Grundstücken zu Wintersheim" oder "Am 27. April 1483 verkaufen Stephan Hug und seine Gemahlin Margarethe an die Kirchenfabrik zu Wintersheim um 10 fl einen Zins von ½ fl ab verschiedenen Gütern in Wintersheim". Demnach hatte selbst die kleine Kirchengemeinde Wintersheim Geld genug, das sie ausleihen konnte zum Zins von 5%.

Im Visitationsbericht über die Pfarreien des Bistums Worms von 1496 ist auch Wintersheim erwähnt. Danach hatte Wintersheim eine Pastoral(Pfarr)kirche, die der Jungfrau Maria geweiht war mit den beiden Altären St. Anna und St. Alban. Der Bauzustand der Kirche und des Pfarrhauses hatte über Jahrhunderte hinweg Sorgen gemacht. Im Alzeyer Baubuch von 1587 berichtet der Alzeyer Collektor Jost Werner, dass der Wintersheimer Pfarrer Conrad Meinster, zuvor Schulmeister in Alzey, die Kirche in Wintersheim innen habe ausmalen und Gestühl für 15 fl habe anfertigen lassen, weil bei seinem Einzug ins Dorf das Pfarrhaus neu hergerichtet gewesen sei. Trotzdem schreibt der Pfarrer Polhemius 1605 im Competenzbuch, dass das vor 14 Jahren hergerichtete Pfarrhaus und die Nebengebäude trotz inständiger Bitten bei der baupflichtigen Herrschaft Pfalz-Zweibrücken vernachlässigt seien und seit vielen Jahren baufällig dastünden. Die reformierte Kirchengemeinde Wintersheim verlor mit der Vertreibung ihres letzten Pfarrers Glaser 1623 ihre Selbständigkeit. Nach dem 30-jährigen Krieg mit seinen starken Bevölkerungsverlusten blieb die kleine Gemeindepfarrstelle unbesetzt. Sie wurde als Filiale von Nachbargemeinden

betreut. Dadurch zerfielen die seit Jahrzehnten vernachlässigten reformierten Kirchen und Pf

arrhäuser immer mehr. Bei der pfälzischen Kirchenteilung 1706 fielen Pfarrhaus und Pfarrgut an die Kath. Kirchengemeinde Gau-Odernheim, in deren Besitz noch heute sich das Pfarrgut befindet. Der Kirchhof mit der durch die langen Kriegsjahre ganz verwahrlosten Kirche blieb bei der bürgerlichen Gemeinde als deren Begräbnisstätte. Laut einem "Baubuch" stürzte die Ruine des Pfarrhauses um 1823 zusammen, nachdem die Kirchenreste bereits 1806 abgetragen worden seien.


Evangelische Kirche:

1896/97 am westlichen Dorfausgang erbaut. Die feierliche Einweihung des neuen Wintersheimer Gotteshauses fand am Kerwesonntag, dem 27. August 1897 statt und wurde mit einem Festessen beim Gasthaus Groh im "Goldenen Anker" abgeschlossen. Die Orgel spielte der Schullehrer Spatz, der Blasebalg wurde von Jakob Schneickert getreten. Kirchendiener war Jakob Köbel und Kirchenrechner Jakob Keller. So erhielt Wintersheim nach über 200 Jahren wieder eine Kirche. Zu Beginn des 1. Weltkrieges läuteten die Glocken zu den raschen Eroberungen der französischen grenznahen Festungen. Sie mussten aber auch sehr bald den Soldatentod von Wintersheimer Bürgern kundtun. 1917 wurden 17 Prospektpfeifen der Orgel und die kleinere Glocke zur Einschmelzung für Kriegsmaterial abgeliefert. Schon bald nach Beendigung des Krieges beschaffte die Gemeinde Ersatz für die beschlagnahmte Glocke. Sie bestellte am 28.11.1919 bei der Glockengießerei Rinser in Sinn eine Glocke im Gewicht von 440 kg. 1934 mussten die Glockenlager ausgewechselt werden. In diesen Jahren war Ludwig Fehl Organist und Mathias Dörr trat den Blasebalg. Am 28.01.1942 wurde wieder die kleinere Glocke zum Einschmelzen heruntergeholt. Nach 1950 konnte vom Hamburger Glockenfriedhof Ersatz beschafft werden. In den 1960er Jahren wurde zur Vervollständigung des Geläutes eine dritte Glocke aufgehängt. Dabei wurde das Glockenseil durch die Elektrizität ebenso abgelöst wie der Blasebalgtreter. Im Altarraum wurde der Pfarrstuhl entfernt, die Kanzel niedriger gestellt und ein Taufbecken hinzugefügt.

 

 

 

 

 

     Baukosten 21.000 Mark

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